Lexikon - Begriffserklärung

Ausführliche Begrifferklärungen für die Fachbegriffe der Sicherheitstechnik rund um Türen und Fenster.

Abtastsicherheit

Abtastsicherheit bezeichnet den Grad der Erschwerung, die Schließcodierung der Zuhaltungen eines Schließzylinders mit geeigneten Hilfsmitteln gewalt- und spurenlos aus dem Schließzylinder zu ermitteln, um nach den festgestellten Werten (Maßen) einen Nachschlüssel anzufertigen.

Bänder

Bänder sind Mittel, um Türen und Fenster ihre Beweglichkeit zu geben (Bewegungsbeschläge). Bänder werden am Rahmen und am Flügel, z.B. einer Drehtür, befestigt (angeschlagen). Die beiden Bandteile sind durch einen Stift (Dorn) miteinander verbunden. Bänder geben (z.B. bei Drehtüren) dem beweglichen Flügel eine Drehachse.

Bandseite

Die Bandseite ist die Seite, an der Fenster und Türen im Rahmen verankert sind.

Dornmaß

Das Dornmaß ist die Entfernung zwischen der Vorderkante des Schlosses (Stulpkante) und der Mitte des Schlüsselkanals bzw. des Profilzylinder-Durchbruchs oder der Drückernuss. Das Dornmaß beträgt normalerweise für Innentüren 55 mm und für Außentüren 65 mm, bei Einsteckschlössern für Türen mit Stahl- oder Aluminiumrohrrahmenprofil beträgt das Dornmaß 25 bis 50 mm. Schlösser der Klasse 1, 2 und 3 haben ein Dornmaß von 55 mm, Schlösser der Klasse 4 (Schloss für erhöhte Einbruchhemmung und hohe Benutzerfrequenz) 55, 60, 65, 70, 80 oder 100 mm.

Einsteckschloss

Einsteckschloss: Schloss mit Falle und Riegel nach DIN 18 251 zum Einbau in Stumpftüren, Falztüren oder Rohrrahmentüren. Einsteckschlösser können ein Buntbart-, Zuhaltungs-(Chubb-) oder Profilzylinderschließwerk haben oder Einsteckschlösser mit Badriegel sein. Die Teile eines Einsteckschlosses sind: Falle, Fallenfeder, Stulp, Riegel, Wechsel, Drückernuss, Schlossboden, Schlossdecke, Schlosskasten, Zuhaltungsfeder und (Chubb-)Zuhaltungen.

Einzelsperrschließung

Einzelsperrschließung: Individuelle Schließung eines Schließzylinders, die nicht in eine Schließanlage einbezogen ist. Zu einer Einzelsperrschließung wird meist vom Hersteller ein Legitimationsausweis (Sicherungskarte) ausgestellt.

Falle (auch Schlossfalle)

Falle/Schlossfalle: Teil eines Schlosses, das die Tür im Anschlag hält, nachdem die Tür „ins Schloss gefallen ist“. Die Falle wird durch die Abschrägung (Schrägfalle) der Fallenaußenseite vom Schließblech gegen den Druck der Fallenfeder zurückgedrückt. Die Falle darf mit ihrer Vorderkante in zurückgeschlossenem Zustand nicht mehr als 1 mm über die Stulpoberfläche vorstehen. Sie kann mit einer Geräuschdämpfung versehen sein. Weitere Fallenarten: Rollfalle (z.B. für Pendeltüren), Hakenfalle (z.B. für Schiebetüren). Das Schlossteil „Falle“ findet sich bereits in alten ägyptischen Schlössern (3. Jahrtausend v. Chr.).

Gefahrschlüssel

Gefahrschlüssel: Schlüssel, mit dem im Not- oder Gefahrfall der zugehörige Schließzylinder trotz einseitig verdreht steckendem Schlüssel von der anderen Seite geschlossen, d.h. geöffnet werden kann; siehe auch Not- und Gefahrfunktion (eines Schließzylinders).

Gleichschließung

Gleichschließung: Ausstattung mehrerer Schließzylinder mit einer identischen Schließung, z.B. für alle Schlösser (Schließzylinder) eines Einfamilienhauses oder auch für Schließzylinder innerhalb von Schließanlagen, z.B. für Räume, die von demselben Personenkreis betreten werden.

Griffseite

Die Griffseite von Fenster und Türen ist dort, wo sich der Fenster- oder Türgriff befindet.

Mehrpunktverriegelung

Mehrpunktverriegelung: Schließvorrichtung, die eine Tür an mehreren Stellen (Punkten) mit Hilfe von Riegeln, Stangen oder Bolzen sichert.

Nachschließsicherheit

Nachschließsicherheit: Grad der Erschwerung, einen Schließzylinder mit einem anderen als dem zugehörigen Schlüssel zu betätigen. Nachschließsicherheit ist der Schutz, den z.B. ein Schließzylinder gegen unbefugtes Öffnen mit ähnlichen Schlüsseln bietet. Die Nachschließsicherheit kann erhöht werden durch eine besondere Formgebung des Schlüsselprofils sowie durch entsprechende Schlüsselprofilkontrollen, z.B. mittels seitlicher Kontrollstifte, Kugeln oder Kippelementen, wobei diese Maßnahmen auch die Aufsperrsicherheit nachhaltig verbessern können. Die Nachschließsicherheit wird ferner wesentlich erhöht durch alle Maßnahmen zur Verschleißminimierung im Schließzylinder und am Schlüssel.

Schließanlage

Schließanlage: Anzahl beliebig vieler einzelner Schlösser bzw. Schließzylinder, die zu einer funktionalen Einheit zusammenfasst sind. Nach dem Aufbau unterscheidet man folgende Schließanlagen: Hauptschlüsselanlage, Generalhauptschlüsselanlage, Zentralschließanlage.

Schließblech

Schließblech: Mechanische Vorrichtung in der Zarge (Türrahmen) einer Tür zum Eingreifen von Falle (Schlossfalle) und Riegel (Schlossriegel) eines Schlosses. In das Schließblech kann auch ein elektrischer Schließblechkontakt (Riegelschaltkontakt) eingebaut werden. Als Sicherheits-Schließblech wird es durch Maueranker mit dem Mauerwerk hinter der Zarge verbunden.

Schließzylinder (Profil-Doppelzylinder)

Schließzylinder: Schließzylinder nach DIN 18 252 bzw. 18 254; Bauteil, das dazu bestimmt ist, austauschbar in dafür vorgerichtete Schlösser nach DIN 18 250 Teil 1 oder DIN 18 251 eingesetzt zu werden. Die Befestigung des Profil-Doppelzylinders im Einsteckschloss erfolgt mit einer Schraube M 5 durch die Stulpschraubenbohrung. Die Bauteile des Profil-Doppelzylinders befinden sich im Schließzylindergehäuse. Durch vollständiges Einstecken des Schlüssels in den Schlüsselkanal wird die Kupplung des Doppelzylinders betätigt, wodurch der Schließzylinderkern zur Drehung freigegeben wird. Der Schließbart hat die Aufgabe, bei Drehung des Schlüssels den Riegel (Schlossriegel) und ggf. auch die Falle (Schlossfalle, bei einem Schloss mit Wechsel) zu bewegen.

Schlüsselreide

Schlüsselreide: Kopf (Griffstück) des Schlüssels.

Schlüsselsicherheit

Schlüsselsicherheit: Grad der Erschwerung gegen die unbefugte Beschaffung von Schlüsselkopien zum Zwecke des Missbrauchs durch gewerbliche Herstellung oder unberechtigte Einzelanfertigung. Die Schlüsselsicherheit wird bestimmt durch die Art des Schlüssels (technischer Kopierschutz) und die Bezugsmöglichkeit von Rohschlüsseln (freie Schlüsselprofile bzw. patentierte = geschützte Schlüsselprofile).

Schutzbeschlag

Schutzbeschlag: Eine aus folgenden Teilen bestehende Türgriffgarnitur: Außenschild, Innenschild, Verbindungselement zwischen Außen- und Innenschild, Türgriff am Innenschild, ggf. Türgriff oder feststehender Knopf (Ziehknauf) oder Stoßgriff (Griffplatte) am Außenschild, ggf. zusätzliche Abdeckung des Schließzylinders.

Sicherungskarte

Sicherungskarte: Dokument, das zu einer Schließanlage oder einem einzelnen Schließzylinder ausgestellt wird und nur den Besitzer des Dokuments zum Bezug von Ersatzschlüsseln und/oder Schließzylindern zur betreffenden Schließung oder Schließanlage berechtigt; siehe auch Legitimationsausweis.

Stulp

Stulp: Frontblech bei Einsteckschlössern zur Durchführung von Riegel und Falle aus dem Schlosskasten und zur Befestigung des Einsteckschlosses im Türblatt mit jeweils einer oder mehreren Befestigungsschrauben oberhalb und unterhalb des Schlosskastens. Die Befestigungsschrauben werden durch Bohrungen im Stulp-(Blech) geführt. Der Stulp ist vom Hersteller an mindestens drei Stellen am Schlosskasten dauerhaft zu befestigen.

Türband

Türband: Mit Feder: einstellbares, einseitig wirkendes, mechanisches Schließmittel, um eine Tür zu tragen und durch eine vorgespannte zylindrische Schraubenfeder ohne Bremsung zu schließen.

Pendeltürband mit Feder: einstellbares, doppelt wirkendes mechanisches Schließmittel zum Tragen und Schließen einer Tür durch eine vorgespannte zylindrische Schraubenfeder ohne Bremsung.

Wendeschlüssel

Wendeschlüssel: Schlüssel, dessen Heft (Schaft) beidseitig spiegelbildlich angeordnete Muldenbohrungen aufweist und deshalb – unabhängig davon, welche Bohrungsseite des Schlüssels zum Benutzer zeigt – in den Schlüsselkanal des zugehörigen Schließzylinders eingeführt werden kann.

Zutrittskontrollsysteme

Zutrittskontrollsysteme: Anlage und Produkte zum Schutz gegen Zutritt Unberichtigter in sensible Bereiche wie Büros, Rechenzentren, Labors, Kassen, Archive sowie Bereich von Geldinstituten.

Zylinderabdeckung

Zylinderabdeckung: Am Schutzbeschlag: Abdeckung für den Schließzylinder (Profilzylinder); Zweck: Ein gewaltsames Herausziehen des Schließzylinders bzw. des Schließzylinderkerns zu verhindern.